Weihnachten

Das Weihnachtsfest, zu dem Christen in aller Welt die Geburt Jesu feiern hat in den verschiedenen Kirchen kein gemeinsames Datum und richtet sich wohl eher nach der Wintersonnenwende, die in den missioniertern Gebieten der Nordhalbkugel unserer Erde schon sehr viel länger gefeiert wird, als es die christliche Religion gibt. Die Zeit der Wintersonnenwende ist die Zeit, in der die Dunkelheit wieder dem Licht weichen muß, in der die Tage beginnen, zuerst unmerklich und dann immer schneller, wieder heller und länger zu werden.

In früheren Zeiten war das Leben sehr viel härter als heute, besonders im Winter, in dem nichts Frisches wuchs und man sich mit den kärglichen Vorräten begnügen mußte, die man im Sommer und Herbst erübrigen und haltbar machen konnte. So lag es nahe, die Zeit der kommenden Erlösung von der Dunkelheit und Not des Winters mit der religiösen Erlösung durch die Geburt des Heilandes zu verbinden.

Unabhängig von der christlichen Tradition des Jesuskindes in der Krippe, mit seinen Eltern, Josef und Maria, den Hirten und den Tieren und nicht zuletzt den Heiligen Drei Königen im Stall zu Bethlehem, hat sich im Brauchtum noch viel von den alten Feierlichkeiten erhalten.

In vorchristlicher Zeit war Mittwinter oder das Julfest, wie es heute noch in Schweden heißt ein Fest zu Ehren des Gottes Odin oder Wodan, der in dieser Nacht starb und am nächsten Morgen neu geboren wurde. Als Odin vom Bischof Nikolaus abgelöst wurde, gab man den Gott in einer seiner vielen Masken dem Nikolaus zum Knecht, dem Knecht Ruprecht, der heute noch in Thüringen und Mecklenburg Wode oder Wude (von Wodan) genannt wird.

Die Hoffnung, daß Licht und die Wiedergeburt des Lebens drückte sich früher in den Julfeuern aus, die genau wie heute noch die Osterfeuer entzündet wurden und hat sich bis heute im Lichterschmuck der Straßen, Häuser und besonders des Weihnachtsbaumes erhalten. Weihnachten, das Lichterfest!

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