Hochzeitsbräuche

In Deutschland haben sich rund um Hochzeit, Heiraten und Verlobung vielfältige Bräuche entwickelt. Am lebendigsten sind sie wohl noch in den ländlichen Gegenden, wo die familiären und räumlichen Voraussetzungen für große Feste meist besser und gleichzeitig kostengünstiger sind, als in den Städten und auch noch sehr viel selbst gemacht und hergestellt wird. Da aber die Hochzeit und Heirat nicht mehr so einen hohen Stellenwert hat, wie früher, geht auch hier der Trend eher in Richtung kleinerer, "modernerer" Feste. Aber die Bräuche vor der Hochzeit, also besonders der Junggesellen- oder Junggesellinnenabschied und der Polterabend sind nach wie vor weit verbreitet, was wohl auch daran liegt, daß sie dem heutigen Lebensgefühl näher sind, als die eher formalen Riten einer Hochzeitsfeier.

Viele der in früheren Jahrhunderten üblichen Hochzeitsvorbereitungen, wie das Nähen, Sticken und Weben der Aussteuer, die Herstellung der Tracht und besonders der Haube, die den verheirateten Frauen vorbehalten war, die geflüsterten Unterweisungen der jungen Mädchen und Frauen durch die älteren, schon verheirateten, sind heute bedeutungslos. Trachten werden nur noch zu folkloristischen Zwecken hervorgeholt, Hüte und Hauben sind weitgehend aus der Mode und die Bett- und Tischwäsche holt man sich im Supermarkt. Es ist natürlich unsinnig, der guten Alten Zeit nachzutrauern, da sie mit Sicherheit auch viel härter war, als unser Leben in Wohlstand heute und sich das Leben nun einmal verändert, aber durch den Wegfall der Mühen und Vorbereitungen scheint die Ehe heute auch nicht mehr die Bedeutung zu haben, die ihr einmal zukam, was man wohl auch an der Scheidungsrate sieht.

Auf jeden Fall sind die mit der Hochzeit und Heirat verbundenen Sitten und Bräuche immer noch so vielfältig, daß es wohl unmöglich ist, sie alle darzustellen. Deshalb hier nur eine kleine Auswahl aus den verschiedenen Regionen unserer Heimat.

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